Der Ego-Tod: 7 Stufen zur Auslöschung des Selbst

Der Ego-Tod: 7 Stufen zur Auslöschung des Selbst

Das Ego und der Ego-Tod

Einige von uns, die frei leben, sehen das Leben, wie es ist, und bewegen sich durch das Leben und reagieren darauf in der Weise, die für sie am besten ist.

Doch viele von uns werden von ihrem Ego oder von ihrem Selbst- und Identitätsgefühl kontrolliert.

Das Ego hält uns zurück, weil es die reale Welt mit einer Linse der Dualität überzieht.

Anstatt das Leben so zu sehen, wie es ist, neigt das Ego dazu, Konzepte in zwei entgegengesetzte Seiten zu spalten: links und rechts, richtig und falsch, Liebe und Hass, Frieden und Krieg.

Diese Spaltungen bringen Leid in unser Leben. Anstatt alle Menschen als gleichwertig zu sehen, zwingt uns das Ego, andere zu kategorisieren, was zu besseren und schlechteren Menschen, Erfahrungen, Gedanken, Orten und Emotionen führt.

Das Ego zwingt uns, zu denken, dass einige Dinge falsch und andere richtig sind, wodurch Hass und Missgunst unter den Menschen entstehen.

Einige von uns leben jedoch ohne diese künstlichen Grenzen, und das sind diejenigen, die den so genannten Ego-Tod erlebt haben.

Bevor wir über den Ego-Tod sprechen, müssen wir zuerst das Ego verstehen. (1)

Was ist das Ego?

Das Ego ist eine Identität unserer eigenen Konstruktion.

Es sind unsere Überzeugungen, die wir über unsere Persönlichkeit, Talente, Fähigkeiten, Lebenserfahrung, Beziehungen usw. haben.

Es ist die mentale Konstruktion unseres „Selbst“.

Es kann zwar den Anschein erwecken, dass das Ego statisch ist, aber das ist es nicht. Vielmehr ist es aktiv, dynamisch und veränderlich.

Schließlich verändern wir uns, wenn wir mehr über uns selbst lernen und mehr Lebenserfahrungen machen.

Die Arten von Gedanken, die zum Ego beitragen, sind:

  • „Ich bin schlecht in Mathe“.
  • „Ich bin klug“.
  • „Ich bin emotional reif“.
  • „Ich kann besser schreiben als die meisten Menschen“.

Das Ego versteckt sich hinter dem „Ich“ in diesen Gedanken und Aussagen über unsere Identität.

Das Ego lässt sich nur schwer erkennen.

Es wirkt real, weil es unsere Beziehung zu Beschreibungen unserer Identität ist – und wir benutzen unser Ego, um die Welt zu verstehen.

Tatsächlich ist es für den unbewussten Menschen ziemlich schwierig, den Unterschied zwischen dem Ego und dem, was er wirklich ist, zu erkennen.

Der Ego-Tod

Der Tod des Egos ist nicht wirklich ein Tod, denn das Ego wird immer ein Teil von uns sein.

Stattdessen ist es eher eine Transzendenz.

Wir entwickeln uns über die Fesseln unseres Egos hinaus und lassen es hinter uns und lernen, unser Leben ohne seinen Einfluss zu kontrollieren.

Wenn wir das Ego durch den Ego-Tod hinter uns lassen, kehren wir zu unserer Wahren Natur zurück und lernen, über die Grenzen der dualistischen Realität des Egos hinaus zu leben.

Aber diese Erfahrung kann sowohl schön als auch erschreckend sein, je nachdem, wie bereit das Individuum ist, sein Ego loszulassen.

Für manche kann dieser vollständige Verlust der Identität die furchterregendste Erfahrung überhaupt sein, weil der Verteidigungsmechanismus des Ego´s in Gang kommt, um sich an seine Person zu binden.

Für andere aber ist der Tod des Egos nur ein weiterer Schritt auf einem lebenslangen Weg der Spiritualität.

Hier sind 7 Stufen zur Auslöschung des Selbst

1. Das spirituelle Erwachen

Der erste Schritt zum Ego-Tod erfolgt, wenn wir erwachen.

Wir lassen unseren Tagesablauf und unsere alltäglichen Wünsche hinter uns und fragen uns:

  • Was bin ich hier? Was ist meine Bestimmung? Was soll ich tun?

Dieses Erwachen tritt ein, wenn wir anfangen zu spüren, dass wir eine Leere in unserem Leben haben, die wir nicht füllen können.

In vielen Fällen ist dieses Erwachen mit Depressionen und dem Gefühl des Verlorenseins verbunden.

2. Die dunkle Nacht

Dies ist der tiefste Teil unserer Depression während des spirituellen Erwachens. Unser tiefster Punkt.

Wir sind in völliger Verzweiflung, und wir wissen, dass in unserem Leben etwas geschehen muss, etwas Drastisches und Bedeutungsvolles, aber wir verstehen nicht, was dieses Etwas sein muss.

Wir isolieren uns von anderen und sogar von uns selbst.

3. Erforschung

Wir beginnen, diese Lücke mit Dingen zu füllen, die man vielleicht albern oder lächerlich findet.

Wir experimentieren mit den mystischen Künsten, der Astrologie, der Energieheilung und Praktiken, die sich auf die Verbindung von Körper, Geist und Seele konzentrieren.

Wir verzweigen uns mit unserer Spiritualität über die normalen Hauptreligionen hinaus, um zu versuchen zu verstehen, was wir fühlen.

4. Ein Hauch von Erleuchtung

Schließlich erleben wir unseren ersten, kleinen Einblick in die Erleuchtung, auch „Satori“ genannt.

Während unserer Erforschung werfen wir einen Blick in unsere Wahre Natur und erschauern vor dieser Erfahrung.

Dieser Schrecken kann uns entweder von der weiteren Erforschung abstoßen oder uns dazu bringen, mehr herausfinden zu wollen.

5. Wachstum der Seele

Dieser Schritt kann Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern und in diesem Zeitraum beginnt unsere Seele zu reifen.

Wir entwickeln die Fähigkeit zu verstehen, welche spirituellen Praktiken für uns arbeiten und welche keine Wirkung auf uns haben.

Das hängt vom Einzelnen ab. Einige Überzeugungen mögen bei dir nachhallen, während andere deine Seele überhaupt nicht berühren.

Wenn unsere Seele zu reifen beginnt, konzentrieren wir uns auf die Praktiken, die unsere Geduld, Disziplin und Konzentration am erfolgreichsten schärfen.

6. Die Kapitulation

Jetzt lassen wir los.

Wir haben uns mit unserer Seele und unserem Ego vertraut gemacht.

Wir geben alles auf, was nicht Teil unserer Wahren Natur ist, sondern Dinge, die von unserem Ego geschaffen wurden.

Wir lassen die Muster los, die uns begrenzen, uns zurückhalten und lassen unsere Seele wachsen, indem wir unser Ego umgehen.

Damit dieser Schritt am effektivsten ist, müssen wir auf das vertrauen, was wir nicht wissen, und die Ängste loslassen, die unser Ego uns bringt.

7. Erkenntnis und Ende

Der letzte Schritt ist das Ende der Linie.

Wir haben geforscht, sind gewachsen und haben uns aufgegeben und uns so über unser Ego hinaus entwickelt.

Wir verstehen, wonach wir am Anfang gesucht haben, und wir sehen die Illusionen als das, was sie sind: Illusionen.

Die Wahrheit ist jetzt in uns, und wir wissen, dass das Ego nicht definieren sollte, wer wir sind.

Das Ego sollte einfach nur als ein Werkzeug existieren, das bei Bedarf eingesetzt werden kann. Wer wir sind, ist etwas so viel Größeres.

Die positiven und negativen Aspekte des Ego-Todes

Der Ego-Tod kann eine der schönsten Erfahrungen in unserem Leben sein. Er kann uns ein neues Verständnis und neue Lebensansätze bringen.

Mit dem Ego-Tod verliert man jedoch die Sicherheit dessen, wer man eigentlich ist, was für manche erschreckend sein kann.

Man kommt mit seinem intuitiven Selbst eng in Berührung.

Seien wir uns also im Klaren darüber, dass der Verlust Ihres Egos sowohl positive als auch negative Auswirkungen hat.

Hier sind einige davon:

Negatives

  • Man sieht sich als das, was man ist, und wird nicht von seinem Ego beschützt. Das kann beängstigend und unangenehm sein.
  • Es kann passieren, dass man Gefühle und Emotionen erlebt, vor denen man sich jahrelang versteckt hat.
  • Man sieht sich selbst als einen anderen Menschen, der keine Unsicherheiten (und Sicherheiten) in seinem Ego hat. Wenn man sein Ego zum Schutz benutzt hat, kann dies erschütternd sein.
  • Es kann dazu führen, dass man sich von dem, was man war, enttäuscht fühlt.
  • Es kann einen psychisch verändern und die Denkmuster beeinflussen.

Positives

  • Man kann positive Gefühle in einem extremen Umfang erleben.
  • Man sieht sich als das, was man wirklich ist. Es wird dabei helfen, zu erkennen, was einem an sich selbst nicht gefällt und was man ändern kann, um sich zu einem besseren Menschen zu machen.
  • Man wird Emotionen erleben, die man wegen des Egos normalerweise nicht fühlen kann. Man wird in der Lage sein, mit seinem ganzen Wesen in Kontakt zu kommen.
  • Man wird die Art und Weise ändern, wie man die Welt sieht. Man wird nicht mehr von den Unsicherheiten und Wünschen des Egos getrübt.
  • Man wird Gefühle erleben, die man seit seiner Kindheit nicht mehr gefühlt hat. Es wird einem die Erfahrung eines reinen Geistes ermöglichen.

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